Improspiel in der Praxis bei bucheibon.wordpress.com

Amel von bucheibon.wordpress.com hat Improspiel an mehreren Spielabenden ausprobiert und seine Erlebnisse davon aufgeschrieben:

Improspiel im Einsatz: Richtig improvisieren, 1. Versuch

Improspiel im Einsatz: Richtig improvisieren, 2. Versuch

Improspiel im Einsatz: 2. Spielabend des 2. Versuchs

Improspiel: 3. Spielabend und Fazit

Improspiel: Wie es ausging

Improvisieren mit DSA

Ich finde so einen Bericht aus der Praxis unglaublich informativ, da er nicht nur gute Ergebnisse, sondern auch Stolpersteine auf dem Weg zu einem gelungenen Spielabend aufzeigt. Es ist enorm wertvoll, die Hindernisse zu erkennen, um sie überwinden zu können.

Mir persönlich liegt eine Feststellung von Amel besonders am Herzen: „Mit meinem hier vorgestellten Versuch habe ich mehr aventurisches Flair verbreitet als in jedem Abenteuer davor.“ Das zeigt, dass ein freier angelegtes Rollenspiel nicht dazu führt, dass die Atmosphäre am Spieltisch verloren geht. Wenn der Spielleiter die Herrschaft über „sein“ Abenteuer aufgibt, kann eine Spielwelt weiterhin stimmig und faszinierend sein.

Vielen Dank, amel!

Amels Fazit lautet wie folgt:

  1. Das Spiel, wie es bei uns stattgefand, unterscheidet sich nur minimal von dem Spielstil, den ich vor langer Zeit hatte, als ich noch regelmäßig für meine Schulfreunden Fantasy leitete  und mir keine Gedanken zu Improvisation machte. Ich bin mir sogar sicher, dass sich viele Leser dieser Zeilen fragen werden: “Und dafür braucht er extra ein Buch? Ich leite so seit Jahren!”
  2. Ohne Vorbereitung geht es nicht. Um eine Improvisation vorzubereiten, braucht man Listen: Namenslisten, Listen mit coolen Orten, mit Begegnungen, Stichworten und vielleicht Personen. All diese Listen müssen allgemeiner Natur sein, damit man einfach das gerade am besten Passende auswählen kann.
  3. Das Erstellen der Listen ist der spaßige Teil der Vorbereitung: Man liest Quellentexte, z. B. aus dem Internet und schreibt auf, was einem dazu in den Sinn kommt, d. h. man beschränkt die Arbeit auf den Teil, der Spaß macht.
  4. Man sollte eine kurze Liste mit Geschehnissen machen, die man den Charakteren entgegenwerfen kann, wenn gerade mal nichts Aufregendes passiert.
  5. Man kann die Techniken des Wiederaufgreifens, Status und andere besonders einfach nutzen, indem man sie sich zwischen den Spielabenden ins Gedächtnis ruft und daran angelehnte neue Listen erstellt. Ich habe mir z. B. eine Liste von Dingen gemacht, die aufgetaucht sind, aber nicht ausreichend benutzt wurden. Diese wollte ich später benutzen. Das ist wichtig, um sich nicht mit zu vielen offenen Handlungssträngen zu verzetteln.
  6. Mit meinem hier vorgestellten Versuch habe ich mehr aventurisches Flair verbreitet als in jedem Abenteuer davor.
  7. Die Improvisation ergab sich in allen Fällen von ganz allein. Wenn mir ein Schritt naheliegend erschien, bin ich ihn gegangen. Durch meine Listen war mehr nicht nötig.
  8. Bei einer kleinen Diskussion auf G+ ergab sich noch der Hinweis, dass es wichtig ist, zu eskalieren. Man muss ständig im Hinterkopf behalten, dass sich die Spannung nach und nach steigern und die Handlung dementsprechend vorangetrieben werden muss. Sonst plätschert das Abenteuer nur vor sich hin, wie ich es im ersten Versuch erlebt habe.
  9. Ich gehe davon aus, dass die Listen im Laufe der Zeit immer unnötiger werden. Mit der richtigen Denkweise, Übung und Erfahrung braucht man diese Hilfe bald nicht mehr, denn die Listen werden nach und nach zum Erfahrungsschatz. Sie sind immer noch da, müssen aber nicht mehr aufgeschrieben werden. Deshalb wird man auf Vorbereitung nie komplett verzichten können, denn die Listen müssen immer wieder um neue, unverbrauchte Punkte erweitert werden.

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