Das Lexikon des Abnormalen: Yeti

Du legst dich mit uns an? Yeti, have fun!

Dein bester Freund, das ist nicht irgendwer. Es ist ein Monster! Ein großes haariges Monster, mit Pranken so groß wie Autoreifen.

Alles begann damit, dass dir deine Mama kurz vor deiner Einschulung ein Yeti-Kuscheltier geschenkt hat. Sie meinte, der Yeti würde dich vor allem Bösen beschützen.

Wie Recht sie hatte! Du und Yeti, ihr habt euch auf Anhieb gut verstanden und die unglaublichsten Abenteuer erlebt. Er war der große Bruder, den du nie hattest.

Als auf einmal der Böse Mann aufgetaucht ist, hast du dich fast nicht mehr aus dem Bett getraut. Der Böse Mann war überall, unter dem Bett, in der Toilette, draußen vor dem Fenster. Mit Yeti zusammen hast du einen Plan ausgeheckt: Du hast Yeti oben auf dem Türsims platziert und dich in deinem Bett auf die Lauer gelegt. Als dann der Böse Mann durch die Tür kam, hast du ihn mit deiner Taschenlampe geblendet, so dass Yeti den Überraschungseffekt nutzen konnte, sich auf den Bösen Mann stürzte und ihn so verdrosch, dass dieser nur durch einen beherzten Sprung in die Kloschüssel entkommen konnte.

In den nächsten Tagen sind viele Kinder aus deiner Schulklasse spurlos verschwunden. Vorher haben sie dir erzählt, dass auch bei ihnen der Böse Mann herumgeschlichen ist. Nach ihrem Verschwinden hattest du nur noch Yeti als Freund. Yeti ist jetzt immer noch bei dir und zusammen geht ihr durch dick und dünn.

Was kann ich tun?

1-2

Yeti ist immer da für dich. Er taucht auf und mit seinen Pranken, die so groß sind wie Autoreifen, kann er dir zur Seite stehen. Er weiß immer, wo du bist und hilft dir.

3-4

Yeti kann dich Huckepack nehmen. Er ist unglaublich schnell und kann unwahrscheinlich gut klettern und schwimmen.

5-6

Einmal hat deine Mama dein Yeti-Kuscheltier in ein Spielzeugpolizeiauto gesteckt. Als Yeti dann bei dir auf dem Spielplatz vorbeischaute, saß er in einem richtigen Einsatzfahrzeug der Polizei! Was du mit dem Kuscheltier machst, wird bei Yeti real. Ich sag nur: Yeti-Ritter.

Wie zerstört es mich?

Kampf

Du musst einfach nur durchhalten, bis Yeti kommt. Das wird doch gehen, oder?

Flucht

Eigentlich sind dir die Leute doch egal. Du möchtest einfach nur mit Yeti zusammen sein, auf seinem Rücken durch die Wälder streifen und Abenteuer erleben. Weg von der realen Welt mit ihren realen Problemen.

Wie verändere ich mich?

Dein Redestil verändert sich. Du verwendest zunehmend den „Pluralis Majestatis“, sprichst von dir also mit „wir“ und sagst etwa „Wir können dir das nicht glauben. Du lügst uns an.“. Immer häufiger blickst du nach links über die Schulter, als würdest du dich vergewissern, dass jemand dort ist. Schulterblick, „Nicht wahr?“.

Du wirst introvertierter, denn außer Yeti versteht dich niemand richtig. Du verfällst in ein Kauderwelsch, das nur Yeti versteht. Diese eigene Sprache zwischen euch nennt ihr auch „Yeti“. „Oh, haben wir dich auf Yeti angesprochen? Tut uns leid.“

Was werde ich?

Du isolierst dich zusehends. Du sprichst nur noch Yeti und wunderst dich, dass dich niemand versteht. Du verstehst nicht einmal deine Mitmenschen, so dass Yeti für dich übersetzen muss. Er erzählt dir, was für schlimme Dinge man über dich sagt und schlägt dir vor, wie du am Besten handeln solltest. Du stimmst ihm natürlich zu, schließlich ist er dein bester Freund.

Eins kommt zum Anderen und ehe du dich versiehst, hast du ein Blutbad angerichtet. Gut, dass Yeti da ist und dir hilft. Er tut weiterhin nur das, was du ihm sagst. Aber wenn er manipulieren kann, was du sagst, dann tut er doch wohl das, was er will, oder? Du jedenfalls bist nicht mehr als eine Marionyeti.

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4 Gedanken zu „Das Lexikon des Abnormalen: Yeti

  1. Glückwunsch zu meinem persönlichen „Pun“ des Jahres: Yeti-Ritter🙂

    Und diese Mischung aus „Mein Freund Harvey“ und dem Sasquatsch wird auf jeden Fall einer meiner nächsten UA-NSCs besitzen. Danke dafür…

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